Studien und Daten:
Die Prävalenz von Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH, „Kreidezähne“) ist weltweit sehr unterschiedlich. In Deutschland liegt sie nach aktuellen Erhebungen bei etwa 15–20 %. Auch innerhalb Europas werden deutliche regionale Unterschiede beschrieben – von rund 13 % bis hin zu 25 %. Internationale Studien zeigen ähnliche Spannbreiten: Werte von 9–16 % in Indien bis zu 18 % in Brasilien. Diese großen Unterschiede hängen vermutlich sowohl mit methodischen Fragen als auch mit regionalen Faktoren zusammen.
Kommentar:
Die heterogene Datenlage verweist einerseits auf methodische Inkonsistenzen wie unterschiedliche Diagnosekriterien, Altersgruppen und Untersuchungsqualität und legt andererseits nahe, dass soziogeographische Faktoren wie Stadt-Land-Gefälle, sozioökonomische Disparitäten oder Unterschiede in Ernährung und Gesundheitsversorgung bislang zu wenig berücksichtigt werden konnten.
